Deckelpokal mit Wappen derer von Brunn und Inschrift auf die Freundschaft
Objektbeschreibung
Pokal aus farblosem Glas mit zugehörigem Deckel, breit ausgestellte
Hohlfuß mit Bodenkugel, dekoriert mit drei versetzten Reihe
Facettenschliff, teilvergoldet, darauf geschnittene t-förmige Ornamente,
diese ebenfalls vergoldet sowie goldene Tupfen. Der massive Schaft aus
Nodus und Rundbaluster mit acht eingestochenen Luftblasen um eine
zentrale ist facettiert, die Zwischenglieder gekehlt und ebenfalls
facettiert. Der Eisboden der angesetzten, sich konisch öffnenden Kuppa
hat innen einen Kranz aus acht eingestochenen Luftblasen um eine
zentrale und ist außen wabenfacettiert. Darüber wiederholt sich der
vergoldete Dekor aus t-förmigen Ornamenten und Tupfen. Die Kuppawandung
ist auf der Schauseite mit einem Wappen dekoriert, das drei halbe Bären
mit Halsband auf einem Schrägrechtsbalken im Schild zeigt sowie einen
Bären als Helmzier. Auf der Gegenseite die Inschrift: Wer freundschafft
bricht / nehms wohl in acht, / bey uns wird er zum / Schelm gemacht. Den
gut vergoldeten Mündungsrand ziert ein geblänkter Perlfries, ebenso den
des ebensolchen Deckels, an dessen Übergang zum hohen Knauf sich der
Dekor des Fußes wiederholt. Das Glas ist krank.
Das Wappen lässt sich mit dem dargestellten Wappen dem mittelmärkischen
Adelsgeschlecht derer von Brunn mit Stammhaus im Havelland zuordnen, das
1237 urkundlich zuerst erwähnt wurde und im ausgehenden 18. Jahrhundert
nur noch zwei lebende männliche Mitglieder verzeichnete. Formal und
stilistisch datiert der Pokal in die Zeit um 1740, demnach ist er ein
Produkt der Zechliner Hofglasmanufaktur (vgl. Schmidt, Brandenburgische
Gläser, 1914, Taf. 34.1, 36.2). Als Freundschaftspokal könnte er für
Georg Daniel von Brunn ( geb. 1695) angefertigt worden sein, dem zu
dieser Zeit die Güter Brunn und Trieplatz bei Wusterhausen (Dosse)
anteilig gehörten, nur rund 45 km entfernt von Zechlinerhütte. [Verena
Wasmuth]
MAKR