Pokal mit Weinlaub und grünem Schaft
Objektbeschreibung
Pokal mit Tellerfuß und ausgestellter Kuppa aus farblosem, sowie einem
Schaftbaluster aus smaragdgrünem Glas. Der Rand des breiten Fußes ist
nach unten umgelegt, seine Oberseite bedeckt ein mattgeschnittener Dekor
aus Weinranken und geblänkten Reben, Boden mit Abriss. Der massive
Schaft ist an die ihn unten und oben rahmenden doppelten Ringscheiben
angesetzt, ihn zieren mattierte Rundbögen und Kugelfacetten. Die Kuppa
ist umlaufend mit dem Dekor aus Weinranken- und -reben verziert,
Mündungsrand verwärmt. Die farblosen Elemente des Pokals sind
fortgeschritten krank.
Barockgläser mit doppelter Farbigkeit sind überaus selten. Dieses
Potsdamer Glas hat lediglich ein Pendant aus farblosem und blauem Glas,
welches das Museum des Kreises
Plön mit norddeutscher Glassammlung verwahrt (Inv.-Nr. 2002/042,
Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 104, S. 167). Robert
Schmidt (1878–1952) bildet überdies einen Pokal mit goldstaffiertem
kaiserlichen Wappen aus farblosem Glas ab, dessen Deckelknauf ein aus
grünem Glas gebildeter Adler formt (Schmidt, Brandenburgische Gläser,
1914, Abb. 38, S. 93). Formal datiert dieses Glas in die Regierungszeit
Kurfürst Wilhelms III. (vgl. ebenda, Taf. 4.4 und 4.6). Der dichte,
geschnittene Dekor charakterisiert den Pokal als Weinglas und ist auf
zwei weiteren Potsdamer Erzeugnissen der Zeit um 1690 überliefert
(Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 149, S.
244; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982, Kat. 804, S. 271, Taf.
246). [Verena Wasmuth]
MAKR