3. Kunstausstellung der Berliner Secession
Objektbeschreibung
Seit 1893 fand die „Große Berliner Kunstausstellung“, eine Schau für akademische Kunst, regelmäßig statt. Da sich avantgardistische Künstler*innen dort nicht ausreichend repräsentiert sahen, hatten sie 1898 die Berliner Secession gegründet - eine Vereinigung, die später auch den deutschen Impressionismus entschieden mitprägte. Unter den 65 Gründungsmitgliedern befanden sich Max Liebermann und Walter Leistikow, aber auch Käthe Kollwitz und Julie Wolfthorn. Der Karikaturist und Grafiker Thomas Theodor Heine, vor allem durch seine bissigen Zeichnungen für die Zeitschrift „Simplicissimus“ bekannt, entwarf 1901 das Motiv für ein Ausstellungsplakat der Secession. Er stellt den Berliner Bären und eine Malerin nebeneinander. Da Malerinnen in der Vereinigung eine Ausnahme bildeten, ist die Frau hier eher allegorisch zu verstehen: Die Muse Kunst küsst die Stirn des Bären, in einer Hand den Lorbeerkranz zu seiner Krönung, in der anderen Pinsel und Palette. Das Motiv wurde bei späteren Ausstellungen der Berliner Secession wiederverwendet. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)