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Cycles et Automobiles


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Objektbeschreibung

Um 1900 war Fahrradfahren en vogue, nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen. Es bot ihnen die Möglichkeit, sich schnell und unabhängig fortzubewegen. Als potenzielle Kundinnen wurden sie auf Werbeplakaten der Fahrradhersteller elegant in Szene gesetzt, die Pflanzenmotive ästhetisieren das Fahrradfahren zusätzlich. Hier unterstreicht Grasset die Attraktivität des Radelns auch durch die Schönheit der Radlerin, die ein sportliches Strickkleid trägt. Eugène Samuel Grasset hatte sich nach einem Architekturstudium bei Gottfried Semper in Zürich und der Tätigkeit in einem Architekturbüro 1882 der Gebrauchsgrafik zugewandt. Er illustrierte zunächst Bücher und französische sowie amerikanische Monatszeitschriften wie „Harper’s Magazine“ und „Harper’s Bazar“. Bekannt wurde er durch Produktwerbung, zum Beispiel für Fahrräder, Kaufhäuser oder Ausstellungen. Von ornamentaler Flora und mittelalterlichen Bildwelten inspiriert, prägten Grassets Motive in den 1890er-Jahren die Stilrichtung Art Nouveau in Frankreich maßgeblich mit. Charakteristisch für seine Plakatgestaltung sind klare Farbflächen, die von dunklen Umrisslinien eingefasst werden. Neben grafischen Arbeiten entwarf Grasset auch Möbel, Mosaike, Glasfenster und Tapeten, dazu verfasste er Fachbücher über die Theorie und Anwendung des Ornaments. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914, davon 21 von Eugène Samuel Grasset. (Text: Christina Dembny / Christina Thomson)