Blick auf die Schmiedebrücke in Königsberg
Objektbeschreibung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit der Berufung von Ludwig Dettmann an die Kunstakademie in Königsberg im Jahre 1900, erlebte die damals ostpreußische Handels- und Industriestadt mit der nahegelegenen Künstlerkolonie Nidden neuen Aufschwung. Krauskopf, gebürtiger Königsberger, der noch vor Dettmanns Amtsantritt an der dortigen Akademie studiert hatte, galt in dieser Zeit als einer der vielversprechendsten Landschaftsmaler der Stadt. „Das stärkste Talent ist jedenfalls Rudolf Krauskoff [sic]“, hieß es beispielsweise 1909 anlässlich einer Ausstellung im Salon Riesemann und Lintaler in Königsberg. Seine Landschaften seien „in Farbe, Lichtverteilung und im Motiv stets wirkungsvoll und bei derbem Farbauftrag meist flott und sicher gemalt“ (R., [Von Ausstellungen und Sammlungen. Königsberg i. Pr.], in: Die Kunst für Alle, 24. Jg. [1908/1909], H. 9, S. 222). Das für Krauskopf eher ungewöhnlich kleinformatige Bild mit Blick auf die Schmiedebrücke in Königsberg zeigt in lockerem impressionistischen Pinselstrich und in lichter Farbpalette die Speicherhäuser links und rechts des Pregel. Im Hintergrund sind rechts die beiden Türme des Königsberger Domes zu erkennen (von denen aus Geldmangel nur einer nach dem Brande von 1554 vollständig wiederhergestellt worden war), mittig die Kuppel der 1896 vollendeten Synagoge (zerstört 1938), links das Brückenhaus an der Schmiedebrücke (vgl. auch die Ansicht von Olof Jernberg, „Schiffe im Eis [Königsberg]“, um 1902, A I 789). | Regina Freyberger