Abends beim Dorschangeln
Objektbeschreibung
»Vorgestern ruderten wir in der Dämmerung nach dem Nübelnoor zu«, hielt der Maler Otto Heinrich Engel am 6. September 1899 während seines Studienaufenthalts in Ekensund an der Flensburger Förde im Süden Jütlands fest. »Im Westen war noch etwas vom Abendschein zu spüren, aber die Sterne flimmerten schon durch die dunstige Luft über dem Horizont im Norden, Osten und Süden und strahlten bereits im Zenit des Himmels. Es war so still und lind. Vor uns trieb ein Boot, aus dem die Klänge einer Ziehharmonika ertönten. Als wir näher kamen, sahen wir drei junge Seeleute darin, einer ruderte sacht, der andere saß vorn und spielte, der dritte stand achtern auf der Bank und schlug mit der Pilkangel durch das Wasser. Das muß ich einmal im Bilde festhalten« (zit. nach: Otto H. Engel 1866–1949, Briefe und Aufzeichnungen, Heide 2009, S. 152). 1901, wieder in Berlin, stellte er das Erlebnis schließlich im Bilde »Abends beim Dorschangeln« dar. Mit dunkelblauen und lilafarbenen Tönen ist es stimmungsvoll in die Sprache der Farbe übersetzt. – Vorbereitende Skizzen haben sich in der Sammlung Museumsberg Flensburg erhalten. | Regina Freyberger