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Brigadefeier - Gerüstbauer


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Objektbeschreibung

Konträr zum Sprichwort „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ zeigt Gilles asymmetrisches Diptychon auf der linken, größeren Bildtafel eine feiernde Gesellschaft und auf der rechten Seite Gerüstbauer bei der Arbeit. Wegen der Darstellung dieser ausgelassenen Feier entbrannte 1977 eine Kontroverse um das Werk. In einer Rundfunkrezension zur 8. „Kunstausstellung der DDR“ von Radio DDR II am 5.11.1977 ging Nationalgalerie-Direktor Willi Geismeier auf die Kritik ein: „Man muss auch das zweite Bild beachten, jene Darstellung enorm anstrengender, harter und gefährlicher Arbeit, um zu dem ersten Zugang zu finden. Die Situation – ein Gartenfest in schon vorgerücktem Stadium. Einer richtet die in Mitleidenschaft gezogenen Lampions wieder, ein zweiter berauscht sich an den Klängen aus einem Kassettenrecorder, daneben ein Knäuel lärmender und prostender Leute, einander umhalsend oder schulterklopfend. Scheinbar über ihnen schwebend eine witzig pointierte Frauengestalt, die wie ein Putto mit zwei Torten erscheint. Das ganze also augenscheinlich eine sehr feuchte, eine sehr fröhliche Angelegenheit, eine deftige und turbulente dazu, denn die Hauptakteure sind […] hart arbeitende gestandene Männer. Allein das ist es aber sicherlich noch nicht, was Widerspruch hervorruft, denn wer hätte eine ähnliche Situation nicht schon einmal beobachtet oder miterlebt! Das eigentlich Provozierende ist vor allem die Darstellungsweise, sie wirkt grob und direkt, glättet und idealisiert nicht […].“ Die Darstellung der Männer und ihrer Arbeit geht auf die Erfahrung zurück, die Gille 1970 bei der Brigade Heinrich Rau gemacht hatte (vgl. WVZ Schmidt/Bußmann 2016, 82, 163). | Emily Joyce Evans