Bevor der Frühling kommt
Objektbeschreibung
Gut eine Generation nach Julius Jacob dem Jüngeren (vgl. „Im Park der Technischen Hochschule“, A III 79) hielt Lejeune, ein Meisterschüler von Eugen Bracht, die wachsende Metropole Berlins in einer Reihe von Bildern fest, malte die Eisbahn im Tiergarten sowie den Bau der Untergrundbahn. Daneben schuf Lejeune Landschaften wie das 1911 für den Staat aus der „Großen Berliner Kunstausstellung“ erworbene empfindsame Gemälde „Bevor der Frühling kommt“, das in flimmernder Pinselschrift gegeben ist. Kahle Weiden reihen sich hier entlang eines trüben Bachs in fahlem Licht. Die zurückgenommene, fast spröde Farbigkeit ist für die Landschaftsmalerei Lejeunes kennzeichnend, ebenso das Interesse für den jahreszeitlichen Übergang vom Winter zum Frühling. Gerade in der reduzierten Tonigkeit mag das Werk des französischen Pleinairisten Jules Bastien-Lepage nachwirken, eventuell auch über die Vermittlung der in Deutschland 1890 begeistert aufgenommenen Werke der Glasgow Boys. | Regina Freyberger