Schwarzwälderin
Objektbeschreibung
Von dem schmalen Œuvre Alma Erdmanns sind heute vor allem folkloristische Porträts bekannt, darunter drei Fassungen einer »Schwarzwälderin« in charakteristischer Tracht. Erdmann, um 1900 in Düsseldorf ansässig, scheint sowohl Einflüsse der späten Düsseldorfer Malerschule wie auch des Leibl-Kreises verarbeitet zu haben. Die Porträtierte sitzt sinnend vor einer hellen Wand. Dargestellt ist ein Mädchen aus dem Gutachtal im Schwarzwald, sie hält den charakteristischen Bollenhut auf dem Schoß, dessen Wollbälle bei Mädchen rot, bei Frauen schwarz gefärbt waren. Das Motiv könnte auf Anregungen zurückgehen, die Erdmann während eines Aufenthaltes in der von dem Karlsruher Maler Wilhelm Hasemann in Gutach gegründeten, auf Schwarzwälder Folklore spezialisierten Malerkolonie empfangen hatte (N. Jetter, Alma Erdmann, in: Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919, Ausst.-Kat. Berlin 2019, S. 128). Eine spätere Darstellung wohl desselben Modells in der gleichen Tracht aus der Sammlung Faber kam 1995 bei Karl & Faber zur Versteigerung (Auktion 189, Aukt.-Kat., München 1995, Los 510). | Angelika Wesenberg