Tanzende Bacchantin
Objektbeschreibung
Bacchantinnen (bzw. Mänaden) und Tanz werden seit der Antike als Symbol des von allen gesellschaftlichen Zwängen befreiten natürlich-ungezwungenen Lebens verstanden. Thyrsosstab und Weinlaubranken sind die Attribute der Bacchantinnen. Mit diesem, noch im Atelier Ernst Hähnel entstandenen Werk war Echtermeyer bereits 1869 in Dresden, Kassel und München erfolgreich gewesen. Verwandte Motive wie ein Trunkener Bacchus (1865, Verbleib unbekannt) und Satyr gibt einem Amor zu trinken (um 1870, Privatbesitz) machen deutlich, wie der Künstler – ähnlich seinem Lehrer, der sich über Jahrzehnte mit Amor- und Bacchusthemen befasste – einen Motivkreis in mehreren Figuren durchspielte. Neben Echtermeyers Bauplastik und seinen Denkmälern zählen die Tanzende Bacchantin und sein zeitgleich entstandener Tanzender Faun (Nationalgalerie, Kriegsverlust) zu seinen wichtigsten eigenständigen Arbeiten. Später wiederholte er sie für das neue Dresdner Hoftheater. Die relativ frühe Erwerbung durch Max Jordan verdeutlicht den spätklassizistisch orientierten Geschmack des damaligen Direktors der Nationalgalerie, der erst in späteren Jahren mit der Erwerbung neubarocker Skulpturen begann. | Bernhard Maatz