Logo

Bildnis des Herzogs Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin


FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Friedrich Kaulbach, Sohn eines Tischlers, zeigte früh künstlerisches Talent. Ab 1838 nahm der 16-Jährige Unterricht im Atelier seines Cousins Wilhelm von Kaulbach. Friedrich Kaulbachs Interesse richtete sich zunächst auf die Historienmalerei. Vor allem aber mit der Bildnismalerei sollte er sich einen Namen machen. 1856 wurde er von König Georg V. als Hofmaler nach Hannover berufen. Der König, den Kaulbach mehrfach porträtierte, schenkte ihm eine Villa mit Atelier, die zum Treffpunkt künstlerischer Kreise wurde. Kaulbach schuf Gruppen- und Einzelporträts von Mitgliedern des Königshauses Hannover, der Hohenzollern, der Großherzoglichen-Mecklenburgischen Familie, von Künstlern und Intellektuellen und war auch in Frankreich und England erfolgreich. Seine Bildnisse zeichnen sich durch psychologische Einfühlung und eine präzise, detailreiche Darstellung der Kleidung und Accessoires aus. 1871 entstand das ganzfigurige Bildnis des Herzogs Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin (1827-1879), von dem irrtümlicherweise lange Zeit angenommen wurde, es handele sich um eine Darstellung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, ab 1888 Kaiser Wilhelm III. (1831-1888). Herzog Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin war der Sohn des Großherzogs Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin (1800-1842) und dessen Gemahlin Alexandrine von Preußen (1803-1892). 1865 heiratete er Prinzessin Alexandrine von Preußen (1842-1906) (Vgl. Laurens Lodewijk Kleijn, Bildnis der Prinzessin Alexandrine von Preußen, 1866, A III 333). In prächtiger weißer Uniform steht der Herzog in einem Schlossinterieur vor einem Prunksessel, der mit dem mecklenburgischen Familienwappen, einem bekrönten Stierkopf am geschnitzten Sesselrahmen verziert ist. Er trägt mehrere Orden, darunter den Mecklenburgischen Hausorden, den roten Adlerorden, das Eiserne Kreuz und das mecklenburgische Militär-Verdienstkreuz. Herzog Wilhelm hatte eine militärische Karriere eingeschlagen und war an mehreren Schlachten im Preußisch-Österreichischen Krieg sowie im Deutsch-Französischen Krieg beteiligt gewesen. 1870 zog er sich eine Verletzung bei der Explosion der Zitadelle von Laon zu, an deren Folgen er neun Jahre später starb. Das repräsentative, großformatige Bildnis entstand 1871, im Jahr des Versailler Vertrages und der Gründung des Deutschen Reichs. | Birgit Verwiebe