Frühlingslandschaft
Objektbeschreibung
In der Ausstellung der Berliner Secession von 1910 zeigte Rösler mit Erfolg – es wurde mehrfach besprochen und abgebildet – das 1909 gemalte Bild „Frühlingslandschaft“ (verschollen). In den darauffolgenden Monaten folgten etliche in Motiv und Malweise ganz ähnliche Werke. Röslers Malerei wandelte sich zu dieser Zeit vom Impressionismus weg zu härteren Formen. Diese Frühlingstage in der kargen Vorstadtlandschaft sind nicht lieblich, sondern glasklar. Der dichte und pastose Auftrag heller Farben, gehöht mit Weiß, lässt die Bilder erstrahlen. Die Kunsthallen in Hamburg und Bremen sowie die Gemäldegalerie Dresden (heute in der Galerie Neue Meister) erwarben je solch ein Werk. Eine Chance, die konservative Ankaufskommission der Nationalkommission zu passieren, hatte diese Malweise erst spät, als die Hemmnisse der Kaiserzeit schon fast erloschen waren. Für die Beratung der Kommission im August 1917 hatte Nationalgalerie-Direktor Ludwig Justi vier Bilder von Rösler in Vorschlag gebracht, sie wurden nicht angenommen, für die folgende Sitzung im Dezember 1917 vier weitere, von denen schließlich die „(Frühlings) Landschaft“ ausgewählt wurde und als erstes Gemälde des Künstlers in die Galerie gelangte (SMB-ZA, I/NG 466 und NG 467). Auf der Rückseite ist das Werk bezeichnet: „Landschaft bei Großlichterfelde“. In jener vornehmen, bis 1920 selbstständigen Gemeinde südwestlich von Berlin in der Nähe von Teltow lebte Rösler, und hier fand er seine Berliner Motive. Auch dieses helle, weiträumige Bild der Nationalgalerie mit dem Schornstein der Ziegelei im Mittelpunkt zeigt eine Ansicht in der Nähe seines Wohnortes. | Angelika Wesenberg