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Objektbeschreibung

1925 erwarb Vlaminck das Landgut La Tourillière bei Rueil-la-Gadelière in Nordfrankreich und führte fortan bewusst ein Leben als Landwirt, Schriftsteller und Maler, kaum unterbrochen von kurzen Reisen. „Ich habe oft zu ergründen versucht, was mich so bewegt, wenn ich am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung ein Dorf sehe, das in einer Talmulde liegt oder sich an einen Abhang schmiegt. Nichts rührt sich, alles schläft […]. Warum ergreift dieser Anblick mich immer wieder und oft bis zu Tränen?“ (Maurice de Vlaminck, Rückblick in letzter Stunde, St. Gallen 1965, S. 102). Seit Beginn seines malerischen Schaffens, und so auch hier, fügte Vlaminck gern Wasserflächen, Flüsse oder Seen, in denen sich der Himmel mit seinen vielfältigen Wolkenformationen spiegelt, in die Landschaftsbilder ein. Die rot-weißen Häuser des fernen Dorfes sind dabei auch in dieser Darstellung in eine Komposition aus Blau und Grün eingebunden. Das Bild wurde aus der Familie von Otto Liebknecht, einem Bruder von Karl Liebknecht, erworben. Otto Liebknecht, ein erfolgreicher Chemiker, lebte ab 1925 in Neubabelsberg bei Berlin. Laut der Aussage des Neffen, des Malers Robert Liebknecht (vgl. dessen Bilder in der Nationalgalerie, A IV 614–618), hatte dieser das Bild erworben, als Vlaminck auf dem Kunstmarkt noch nicht sehr gefragt war, (laut Erwerbungsakte briefliche Mitteilung an den befreundeten Grafiker Herbert Tucholski). | Angelika Wesenberg