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Objektbeschreibung

Thomas Theodor Heine ist bis heute vor allem als Satiriker und Grafiker bekannt. Sein Schaffen als Bildhauer beschränkt sich auf zwei Schöpfungen: Der Teufel entstand 1902/03 und ist als plastische Umsetzung einer Lieblingsfigur seiner Grafik zu verstehen; als Gegenstück folgte um 1910 die Figur » Der Engel «. Während Der Teufel, die Verkörperung des Bösen, in edler Bronze gegossen wurde, ließ Heine den Engel nur in einem billigen und als unseriös angesehenen Material, in Zinn, fertigen. Sein Spott machte vor nichts Halt. Sogar den Teufel verhöhnte er, wie diese kleine Bronze zeigt: Er stellte ihn als einen behäbigen, fast phlegmatischen Diener des bösen Prinzips, als einen mürrischen, seinen niederträchtigen Aufgaben schleppend nachgehenden »Beamten« im Dienste Luzifers dar. Griesgrämig blinzelt er ins Licht. Die beiden Gestalten des Engels und des Teufels sind brillante antiakademische Grotesken, die das gutbürgerliche Moralsystem mit seinen Begriffen von Gut und Böse parodieren. | Bernhard Maatz