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Paul, Maria und Filomena von Putzer


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Objektbeschreibung

Anläßlich der Erwerbung einiger Gemälde und Handzeichnungen Friedrich Wasmanns, darunter das Gruppenbildnis der Kinder Paul (1831–1906), Maria (1834–1905) und Filomena von Putzer (1836–1918), bezeichnete 1925 der Kustos der Nationalgalerie, Paul Ortwin Rave, das Leben dieses Malers als eines der merkwürdigsten Künstlerschicksale des 19. Jahrhunderts (in: Der Kunstwanderer, 7. Jg., H. 9, 1925, S. 22). Wasmanns beeindruckendes, sowohl auf dem Gebiet der Landschafts- als auch der Bildnismalerei herausragendes Werk war jahrzehntelang in Vergessenheit geraten und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden.
Der aus Hamburg stammende Künstler hatte in Dresden und München studiert. 1832 reiste er nach Rom, wo er sich den Nazarenern um Friedrich Overbeck anschloß und zum Katholizismus konvertierte. Aus gesundheitlichen Gründen hielt sich Wasmann ab 1839 in Südtirol auf und schuf dort zahlreiche Bildnisse des einheimischen Adels und Bürgertums: »Ich malte eine Menge Porträts, meist Eltern ehrsamer Bürgerfamilien, in einer Art altdeutscher Manier, auch Jungfrauen, die auswärts Schätze besaßen und ihnen ihr holdes Antlitz en miniature zu senden wünschten« (F. Wasmann, Ein deutsches Künstlerleben, Leipzig 1915, S. 171).
Wasmanns nazarenisch geprägte künstlerische Auffassung wurde vor allem für seine Porträts und Figurenbilder bestimmend. Die von Umrißlinien dominierte Darstellung der Kinder Paul, Maria und Filomena von Putzer mit ihrer ganz der Kontur eingeschriebenen Farbigkeit erinnert an altmeisterliche Malerei. Spannungsreich stehen die kräftigen Lokaltöne von Karminrot, Dunkelblau, Weiß und Grün nebeneinander. Eher gedämpft und kulissenhaft flächig ist dagegen der Hintergrund mit Fruchtschale, Rebspalier und den Tiroler Bergen gehalten. Durch die Frische, mit der Wasmann die Eigenart der Kinder erfaßt hat, ist ihm eines der vorzüglichsten Kinderporträts der Biedermeierzeit gelungen. | Birgit Verwiebe