Objektbeschreibung
Das Motiv der Diana, der Jagdgöttin, die sich mit einem Band den Köcher anlegt und mit hoch gebundenen Sandalen bekleidet ist, war erstmals 1898 als Statuette auf der Großen Berliner Kunstausstellung ausgestellt. Eine kleine Bronzefassung dieser Figur wurde durch die Nationalgalerie für die deutsche Sektion der Weltausstellung 1900 in Paris angekauft (1922 gestohlen). Von der erhaltenen lebensgroßen Fassung der Diana wurde 1917 eine leicht verkleinerte Replik für die Nationalgalerie in Marmor bestellt, die von 1918 bis 1928 ausgestellt war. Bei einem Transport beschädigt, wurde sie vor 1940 von der Stadt Brandenburg angekauft, wo sie heute im Theaterpark aufgestellt ist. Ein weiterer Bronzeguss, ehemals bei Hermann Göring in Karinhall, steht seit 1963 im Wröhmännerpark in Berlin-Spandau. Das Werk verbindet Einflüsse der Begas-Schule, die beispielsweise an der weichen Modellierung des Haars erkennbar sind, mit secessionistischen Tendenzen zur Ausdrucksplastik. Die beruhigte, vom Neobarock Reinhold Begas’ abgehende Geschlossenheit von Bewegung und Kontur weist auf Werke Kolbes und Klimschs voraus. | Bernhard Maatz