Gretchen
Objektbeschreibung
Von der Lithographie gibt es nur wenige Abzüge. Die dargestellte Szene ist Goethes "Faust. Der Tragödie erster Teil" entnommen (V. 4551-4571). Käthe Kollwitz, die eine sehr enge Beziehung zur Literatur hatte und ungewöhnlich belesen war, schätzte besonders J. W. Goethe.
Am Beispiel der literarischen Gretchenfigur setzt sich die Künstlerin hier [...] mit dem Problem unerwünschter Schwangerschaft auseinander. [...] Auf der Lithographie steht die Schwangere bei Abenddämmerung am Brückengeländer und starrt auf die gespenstige Vision im trübem Gewässer. Dort sieht sie ihr Kind in den Armen des Todes. [...]
(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 40, Kat.-Nr. 28)