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Objekttyp: Anhänger
Doppeladler mit Zepter und Reichsapfel
Kunstgewerbemuseum
"Doppeladler mit Krone, Zepter und Reichsapfel, Relief ohne Grund, mit drei Ösen. Reichsadler als Anhänger (Heroldzeichen?). Ein sehr verwandt gestalteter Adler ist auf einer Quintbaßposaune des Nürnberger Meisters Isaak Ehe von 1612 in Nürnberg, GNM [...], in einer Windung des Instrumentes angebracht." aus K. Pechstein, Bronzen und Plaketten, 1968, Kat. Nr. 225 MAKR
Amulett mit Eberzahn
Kunstgewerbemuseum
Die silberne Fassung des Eberzahns zeigt eine vegetabile Ornamentik im Stil des frühen 17.Jahrhunderts.
Anhänger in Forms eines Notizbüchleins mit Fischblasenmaßwerk
Kunstgewerbemuseum
Im Inneren des aufklappbaren Anhängers befindet sich ein Silbertäfelchen mit beidseits aufgetragenem schwarzen Wachs. Das Kleinod diente demnach als Notizbüchlein.
Christus als Schmerzensmann
Kunstgewerbemuseum
Der kostbare Anhänger ist ein Kleinod von höchstem handwerklichem und künstlerischem Rang. Die Vorderseite ist als Mikroarchitektur in Form einer Ädikula – einer Bogenstellung zwischen zwei Säulen – gestaltet. In der Mitte erscheint Christus als Schmerzensmann. Die Werkzeuge seines Martyriums sind hinter ihm aufgerichtet: Kreuz mit Leiter, Hammer und Zange, Essigschwamm, Lanze und Dornenkrone. Zu seinen Füßen erscheinen die Würfel, mit denen die Schächer um seinen Rock spielten und links steht auf einem Säulenstumpf der Hahn, bis zu dessen Krähen ihn der Apostel Petrus dreimal verleugnet hatte (Mk 14,66–72; Mt 26,69–75; Lk 22,56–62; Joh 18,15–18, 25–27). Die Rückseite des Anhängers zeigt in kräftigen, transluziden Emailfarben symmetrisch komponierte Grotesken – ein charakteristisches Renaissance-Ornament, das sich an antiken Wandbemalungen in der 1479 wiederentdeckten Domus Aurea des Kaisers Nero (reg. 54–68) in Rom orientierte. In ein feingliedriges, um eine Hermenfigur angeordnetes Ranken- und Bogenwerk sind Darstellungen von Vasen, Trophäen, Früchten und Vögeln verwoben. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts verwendeten die Goldschmiede zur vereinfachten Produktion und leichteren Wiederholung solcher Tiefschnittschmelze Patrizen aus Blei oder Zinn, nach denen die goldenen Trägerplatten des Emails im Gussverfahren hergestellt wurden und bei denen die Gruben für das Email anschließend nur noch nachgestochen werden mussten. Der aus Antwerpen stammende Goldschmied Erasmus Hornick (1524/27–1583) hatte die Grundform dieses Anhängertyps entwickelt und 1565 in Nürnberg in einer Folge von Radierungen veröffentlicht. Nach deren Vorbild, stilistisch aber deutlich fortgeschrittener ist unser Anhänger mit Christus als Schmerzensmann wohl um 1590 in Augsburg, vielleicht als Werk des David Altenstetter (um 1547–1617), entstanden. LL
Erzengel Michael
Kunstgewerbemuseum
Die allansichtig aus Silber gegossene Figur zeigt den Erzengel Michael in einer stilisierten Rüstung, die ein zentrales Kriterium für die Datierung des Objekts in die zweite Hälfte des 15. Jahrhundert bildet. Michael steht breitbeinig auf einem Drachen mit spiralförmig gewundenem Schwanz, der zugleich die Basis der Figur bildet. Das Tier hebt seinen Kopf zum Heiligen, der mit einem Speer in die geöffnete Schnauze sticht. Michael, dessen gelockte Haarpracht von einem schlichten Diadem geschmückt wird, trägt einen stilisierten Plattenharnisch mit einem schlichten Brustpanzer sowie kurzen Beintaschen. Die Gelenke werden durch Knie- bzw. Ellenbogenkacheln, die Hände durch Panzerhandschuhe geschützt. Die aufgerichteten, geschlossenen Flügel sind so am Rücken der Figur angebracht, dass nur die Vorderseite mit der ausgearbeiteten Befiederung sichtbar ist. Die einzelnen Federn und langen Handschwingen treten plastisch hervor. Auf der Rückseite hingegen ist die Oberfläche lediglich mit dicht gesetzten horizontalen und vertikalen Linien schraffiert. Ganz ähnlich ist die Oberfläche des Drachenkörpers bearbeitet. Eine Besonderheit der Figur ist die robuste Öse, die zwischen den Flügeln angelötet ist. Dass sich Teile der Vergoldung der Haare auch auf der Öse befinden deutet darauf hin, dass deren Anbringung von vornherein so vorgesehen war. Die damit als ursprünglich erwiesene Funktion des Objekts als Anhänger macht verständlich, warum es dem technischen Befund zufolge nie eine glatte Standfläche besessen hat. Der Erzengel Michael wird in der Kunst des 15. Jahrhunderts zum einen als Sieger über den Teufel verkörpert als Drachen, zum anderen als Seelenwäger beim Jüngsten Gericht dargestellt. Als Vergleichsstücke für die Berliner Figur eignen sich jedoch insbesondere Statuetten (München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. MA 1989) oder Rosenkranzanhänger (München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. MA 3015) mit Darstellungen des hl. Georg als Drachentöter, obgleich dieser keine Flügel besitzt. Sind diese Objekte mit einer Öse ausgestattet, so befindet sie sich in der Regel am Scheitel der Figur. Bei einer Verwendung als Rosenkranzanhänger kommt eine weitere Öse an der Unterseite hinzu. Auch figürliche Gewandapplikationen solchen Formats sind bekannt. Es liegt nahe, die kleine Berliner Michaelsfigur als Anhänger einer Halskette aufzufassen. Ein entsprechendes Beispiel mit einer Darstellung des Erzengels ist ein Medaillon, das zur Ordenskette des von König Ludwig XI. von Frankreich (reg. 1461–1483) 1469 gegründeten Michaelsordens gehörte (New York, Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 1975.65). Es handelt sich dabei um eine in Silber gefasste Perlmutt-Kamee, die Reste von Temperamalerei aufweist. Auch wenn die Technik eine vollkommen andere ist, gleicht sie in Bildaufbau und Ausarbeitung der Berliner Silberstatuette weitgehend. Auch bei zwei anderen, nahezu identischen Georgsfiguren (London, Victoria and Albert Museum, Inv. Nr. 499–1903; New York, Metropolitan Museum of Art, Inv. Nr. 1974.191.2) entsprechen die Anbringung der Öse und die Ausarbeitung des Gusses dem Berliner Objekt. Lee Olivia Muller
Amulett mit fossilem Haifischzahn
Kunstgewerbemuseum
Fossile Haifischzähne galten im späten Mittelalter als "Natternzungen". Ihnen wurden apotropäische Kräfte zugeschrieben und man nutzte sie als Giftprobe, da sie angeblich über vergiftetem Essen schwitzten.
Gnadenpfennig des Kardinals Andreas von Österreich, Bischof von Konstanz
Kunstgewerbemuseum
Die ovale Goldmedaille zeigt auf der Vorderseite das nach rechts gewendete Profilporträt des Kardinals Andreas von Österreich (1558-1600) mit folgender Umschrift: ANDREAS . S[anctae] . R[omanae] . E[cclesiae] . DIAC[onus] . CARD[inalis] . AB . AVSTRIA . 1600 (Andreas von Österreich, Kardinaldiakon der Heiligen Römischen Kirche). Die Rückseite zeigt einen Grundriss des Forts St. André in Geldern und oben die Abbreviatur D[eus] F[ortitudo] M[ea] (Gott ist meine Stärke). Die drei emaillierten Kartuschen der Umrahmung enthalten heraldische Darstellungen: oben das persönliche Wappen des Geistlichen, links die Wappenbilder der Hochstifte Konstanz und Brixen und des Brixener Domkapitels und rechts die Wappen der Abteien von Murbach und Lüders. LL Die sogenannten Gnadenpfennige mit Fürstenporträts wurden besonders hochstehenden Personen für Ihre Verdienste verliehen. Sie waren reich geschmückt und wurden an langen Ketten getragen.
Amulett in Form einer Neidfeige
Kunstgewerbemuseum
Mit der Neidfeige (Fica), einer den Koitus symbolisierende Geste, wird seit alters her eine Zumutung zurückgewiesen (mittelhdt. nid = Hass). Als apotropäisches Amulett sollte die Fica ihren Träger vor verschiedenen Übeln wie Verfluchen, Behexen und dem bösen Blick bewahren.
Amulett mit Achat
Kunstgewerbemuseum
Die Silberfassung des Amuletts mit einem Achatstein zeigt vegetabile Ornamentik aus der Zeit um 1500.
Ethnologisches Museum
Historischer Hauptkatalog: "Stäbchenkette, v.d. Weibern im Nacken herabhängend getragen, an der Halsperlenkette befestigt. Die Kette aus 8 Gliedern v. je 6 Stäbchen, zwischen diesen je Querriegel aus Leder. Am Ende d. Kette Perlen, Kauris, Käferpanzer etc. 47 cm lg. Wanyturu"
Ethnologisches Museum
Ovaler Elfenbeinanhänger mit Darstellung eines Krokodilkopfes [Benin_Königreich]
Darstellung eines Frosch
Ethnologisches Museum
Fragment eines Anhängers mit Darstellung eines Frosches [Benin_Königreich]
zwei Fledermäuse
Ethnologisches Museum
Das weitgehend symmetrische Objekt kombiniert die Attribute verschiedener Spezies (Fledermaus, Vogel, Mensch). Die Köpfe weisen deutlich auf ein fledermausähnliches Wesen hin. Die Gestaltung der Gliedmaßen scheint anthropomorphe Eigenschaften anzuzeigen. Flügel und Schwanzfedern deuten dagegen avimorphe Charakteristika des Zwillingswesens an. Seine breite Mundpartie korrespondiert mit den zoomorphen Steinskulpturen der Palmar-Gruppe (1550-1000d.C.). Die trapezförmigen Schwanzfedern besitzen trotz ihrer Größe keine aufgelegten Verzierungen. (Künne 2005)
Affe
Ethnologisches Museum
Die affenähnliche Gestalt scheint die Attribute verschiedener Wesen (Affe, Mensch, Raubkatze) zu kombinieren. Ihre angewinkelten Arme und Beine, die gekrümmten Handflächen, das halb geöffnete Maul, die geblähten Nasenlöcher und die hervortretenden Augen drücken eine angespannte, agressive Haltung aus. Das breite Maul korrespondiert mit der Mundpartie der zoomorphen Steinskulpturen aus der Palmar-Gruppe (1550-1000d.C.). (Künne 2005)