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Objekttyp: Bronze
Ritualgefäß, Typ ding
Museum für Asiatische Kunst
Auf drei zylindrischen, leicht ausgestellten Beinen sitzt ein tiefer, gebauchter Kessel mit eingezogenem Hals. Kräftige Schlaufenhenkel setzen vertikal auf der Lippe auf. Die Schulter umspannt ein Dekorband mit sechs Vogeldrachen, das auf der Vorder- und Rückseite jeweils durch eine reduzierte taotie-Maske mit Mittelgrat gegliedert wird. Über einem leiwen-Spiralmustergrund sind die Vogeldrachen um die zentralen Masken gegenständig angeordnet. Markante hängende Dreiecksfelder mit in der Aufsicht gezeigten Zikaden über leiwen-Grund reihen sich um die Bauchzone. Die kraftvoll-gedrungene Proportion des Kessels und die kräftigen Beine und Henkel geben dem Gefäß ein hohes Maß an Standfestigkeit. Der Gefäßtyp wurde als Leitform der chinesischen Bronzezeit geradezu klassisch. Auf der rückwärtigen Innenwandung unterhalb des Mündungsrandes erscheint ein Inschriftpiktogramm. Es zeigt einen Knieenden, der Kaurimuscheln trägt, die in der Frühzeit als Geld benutzt wurden. Es stellt das Emblem des Adelsgeschlechtes dar, dem das Gefäß geweiht war.
Ritualgefäß für Speiseopfer mit Sockel, Typ gui (Zhaowang gui)
Museum für Asiatische Kunst
Über einem Sockel mit quadratischem Grundriss erhebt sich ein tiefes Becken mit kurzem, ausgestelltem Fuß. Kräftige, mit plastischen Tierköpfen besetzte Ösenhenkel setzen seitlich an der Gefäßwand an. Die vordere und rückwärtige Beckenwandung wird durch flache, vertikal angesetzte und kräftig geschwungene Stege in stilisierten Tierformen gegliedert. Die Gefäßwandung wird oberhalb des unteren Henkelansatzes von vier Reihen rapportierender Dekormotive über einem feinschraffierten Grund geschmückt. Das Zentrum jeder Dekoreinheit bildet ein stilisierter Tierkopf. Die Sockelwände zieren verschlungene Bandornamente mit eingestreuten Augenmotiven. In der zweispaltigen, sieben Schriftzeichen umfassenden Inschrift auf der Innenwandung des Beckens wird dieses gui als Opfergefäß eines Verwandten des Königs Zhao bezeichnet. König Zhao von Chu hatte seine Hauptstadt in Ying beim heutigen Jingzhou am mittleren Yangzi, Provinz Hubei, und regierte von 515 bis 489 v. Chr. Ein Gegenstück mit gleichlautender Inschrift befindet sich im Shanghai Museum. SM8HF
Plakettenpaar in Form liegender Esel
Museum für Asiatische Kunst
Die vorzüglich modellierten Plakettenpaare in Form von liegenden Wildeseln zählen zu den sogenannten »Ordosbronzen«. Das Ordosgebiet im Nordwesten Chinas war im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung von Nomaden bevölkert, die zum weit nach Westen reichenden zentralasiatischen Kulturkreis gehörten. Bei den »Ordosbronzen« handelt es sich vorwiegend um Plaketten, die - auf der Rückseite mit einer oder mehreren Ösen versehen - zum Schmuck auf Kleidung und Pferdezaumzeug genäht wurden. Sie sind fast immer mit Tiermotiven verziert und spiegeln die mythologischen Vorstellungen und den Lebensstil der Nomaden wieder, für die diese Bronzeobjekte hergestellt wurden. Im Jahre 1965 gelang dem Museum der Ankauf der Sammlung von mehr als hundert »Ordosbronzen«, die der Diplomat Dr. Hans Bidder (1897-1952) vor dem Zweiten Weltkrieg in China zusammentragen konnte.
Plakettenpaar: Feliden mit Beutetieren
Museum für Asiatische Kunst
Die vorzüglich modellierten Plakettenpaare in Form von Tigern, die Wildesel als Beute im Maul tragen, zählen zu den sogenannten »Ordosbronzen«. Das Ordosgebiet im Nordwesten Chinas war im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung von Nomaden bevölkert, die zum weit nach Westen reichenden zentralasiatischen Kulturkreis gehörten. Bei den »Ordosbronzen« handelt es sich vorwiegend um Plaketten, die - auf der Rückseite mit einer oder mehreren Ösen versehen - zum Schmuck auf Kleidung und Pferdezaumzeug genäht wurden. Sie sind fast immer mit Tiermotiven verziert und spiegeln die mythologischen Vorstellungen und den Lebensstil der Nomaden wieder, für die diese Bronzeobjekte hergestellt wurden. Im Jahre 1965 gelang dem Museum der Ankauf der Sammlung von mehr als hundert »Ordosbronzen«, die der Diplomat Dr. Hans Bidder (1897-1952) vor dem Zweiten Weltkrieg in China zusammentragen konnte.
Glocke, Typ niuzhong
Museum für Asiatische Kunst
Von ellipsoidem Querschnitt weitet sich der Glockenkörper von der Deckplatte zur sichelförmig abschließenden Lippe hin aus. Ein schmaler hoher, gekanteter und unverzierter Bügel, an dem die Glocke herabhing, bekrönt die Deckplatte. Das nahezu querrechteckige Feld der oberen Glockenwand wird auf beiden Seiten von Buckeldreierreihen gesäumt, die in der Art von aufgerollten Schlangenleibern gebildet sind. Sie ordnen sich um eine in flachem Relief angelegte taotie-Maske. Das Anschlagfeld der unteren Glockenwand zeigt ein gegenständig um die Anschlagscheibe angeordnetes beinloses Drachenpaar mit zurückgewendeten Köpfen. Diese Glocke gibt wie jene aus der Sammlung Klingenberg (1966-22) mit ihrer an der Vergangenheit orientierten Dekorsprache Zeugnis für das schon früh einsetzende Phänomen des Archaismus in der frühen chinesischen Bronzekunst.
Zeremonialaxt, Typ yue
Museum für Asiatische Kunst
Die Breitaxt mit leicht geschwungener Schneide zeigt beidseitig eine plastisch durchgebildete Menschenmaske mit großen starrenden Augen und geöffnetem, "lächelndem" Mund. Zähne und Ohren sind durchbrochen gearbeitet. Die Stirn säumt ein Band stilisierter Haarsträhnen. An den Wangenpartien der Maske schließen rechts und links unterschiedliche Dekorfelder in feinem erhabenen Lineament an, die sich ikonographisch von Körperelementen Shang-zeitlicher dämonischer Wesen wie den taotie bzw. Drachen herleiten lassen, die zu den beherrschenden Motiven der frühchinesischen Bronzekunst zählen. An der Schulter setzt ein rechteckiger Heftzapfen an, der gemeinsam mit den beiden seitlichen, horizontalen Schlitzen zur Befestigung des Schaftes diente. Die Besonderheit der Berliner Axt liegt in ihrer meisterlich gestalteten, ausdrucksvollen Menschenmaske. Erst kurz nach der Mitte der 1960er Jahre kamen während der Ausgrabung eines Shang-Grabes bei der Ortschaft Sufutun, Kreis Yidu, in der Provinz Shandong formal vergleichbare Stücke zutage. Die beiden dort gefundenen Breitäxte mit Maskendekor wurden vermutlich nach Vollzug des Bestattungsrituals, bei dem - wie die zahlreichen Skelettfunde bezeugen - 48 Menschen und sechs Hunde hingerichtet wurden, im Grab zurückgelassen. Die zu den Meisterwerken frühchinesischer Bronzekunst zählende Zeremonialaxt wurde im Jahre 1962 für die Berliner Sammlung erworben. SM8HF
Ritualgefäß, Typ jue
Museum für Asiatische Kunst
Auf drei ausgestellten, spitz zulaufenden Beinen sitzt ein eiförmiger Gefäßkörper, der sich nach oben hin zu einer weit vorragenden Ausgusstülle und einem spitz zulaufenden hinteren Mündungsrand öffnet. Zwei pfostenartige Aufsätze mit Wirbelkreismotiven auf den pilzförmigen Bekrönungen setzen auf der Lippe auf. Wie bei diesem Gefäßtyp üblich, sind die Pfostensäulen an den Außenseiten flach und an den Innenseiten gerundet. Den Seitenhenkel schmückt über dem oberen Ansatz ein Tierkopf, der plastisch ausgeformt auch die gegenüberliegende, henkellose Seite ziert. Während sich ein dichtes, im wesentlichen auf eingetieften Spiralmustern gründendes Dekorsystem über dem Gefäßkörper ausbreitet, bleiben die Beine, der gewölbte Boden und der Mündungsrand unverziert. Zu beiden Seiten des Henkels und unterhalb des plastischen Tierkopfes auf der Gegenseite stehen große taotie mit stark verkürzten Körperelementen. Die Dekorzonen darunter nehmen weitere, verkürzte taotie sowie Monoculi ein, wobei wie bei den großen taotie keine strenge Symmetrie eingehalten ist. So sind beispielsweise die beiden Ohren der großen taotie unterschiedlich als Spiralen bzw. plastisch durchgeformt gestaltet. Die Tüllenwandung schließlich zeigt als weiteres Hauptdekormotiv Schlangendrachen mit Pilzhörnern. Die ungewöhnliche Form des Gießgefäßes vom Typ jue verfügt über eine weit zurückreichende Ahnenreihe. Die frühesten Beispiele stammen aus der 1. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. und kamen 1975 in Erlitou, Kreis Yanshi, Provinz Henan, zutage . Sie sind zugleich die ältesten bezeugten chinesischen Bronzegefäße überhaupt. [SM8HF]