17 Ergebnisse
Objekttyp: Kasten
Ethnologisches Museum
Eintrag im historischen Hauptkatalog: Kasten aus Chinchoxo Karteikarte : Ovaler Holzkasten mit Deckel.
Kästchen aus Neusilber
Museum Europäischer Kulturen
Das Kästchen zeigt auf der einen Seite St. Georg ("Drachentöter") auf dem Pferd, auf der anderen Seite Maria mit Kind. Auf der einen Seite ist mit "1840" eine Jahreszahl und ein damit ein mögliches Herstellungsdatum angegeben.
Kästchen mit Büsten von Heiligen und Evangelisten
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Das Kästchen hatte ursprünglich kleine Füße, die Kanten waren mit rotem Leder bezogen, die Malereien mit heißen Wachsfarben aufgetragen. Auf dem Deckelspiegel ist in einem Medaillon das Brustbild des jugendlichen Christus mit halblangem lockigen Haar wiedergegeben. Christus trägt purpurfarbene Gewänder und hält in der Linken ein Evangelienbuch. Ein gelb und rot konturierter Kreuznimbus umgibt sein Haupt. Beiderseits im blaugrünen Grund die Beischrift Soter (Erlöser). Das Medaillonbildnis wird von konzentrischen farbigen Kreisen gerahmt, die Zwickel sind mit Akanthuspalmetten gefüllt. Ein umlaufendes Wellenband mit Punktfüllung ziert die Außenseiten des Deckels. Die Vorderseite des Kästchens weist zwei Bohrungen für den Verschluss auf. Die Seitenwände sind jeweils mit zwei konzentrisch gerahmten Medaillons und Punkten geschmückt. Sie enthalten Brustbilder von Heiligen und Engeln: Auf der Vorderseite, durch Namensbeischriften bezeichnet, links Phaustos und rechts Kosmas; an der hinteren Seite Lukas und Thomas. An den beiden Außenseiten Engel. Die ursprüngliche Zweckbestimmung des Behältnisses ist unbekannt.
Lederkästchen aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford
Kunstgewerbemuseum
Der kleine Holzkasten ist innen mit einem stückgefärbten blauen Leinwandgewebe und an allen Außenseiten, auch am Boden, mit gepresstem Leder bezogen. Seine Kanten sind mit gewinkelten Messingblechstreifen beschlagen, um deren regelmäßig angeordneten Befestigungsnägel kreisförmigPunktpunzierungen angelegt sind. Drei Scharnierbänder, die in schmale Stäbe mit quadratischen Rosetten übergehen, verbinden den flachen Deckel mit dem Unterteil des Kastens. Die beiden äußerenDeckelbeschläge besitzen dagegen keine Scharnierfunktion. Die vordere und die seitlichen Wandungen des Kastens sind durch je zwei schmale Rosettenstäbe gegliedert; gleichartige Elemente sind gebogen auch als Eckbeschläge verwendet worden. An der Vorderseite befindet sich vor dem versenkt montierten Schloss ein rechteckiger Schildbeschlag mit gezahntem Rand und einer schlichten gravierten Rahmung. Als Handhabe ist am Kastendeckel ein länglich gebogener Griff befestigt. Die Lage der Metallbeschläge nimmt Rücksicht auf die Gestaltung des Lederbezuges. Auf dem Deckel erscheinen in den vier Feldern auf zwei Register verteilt oben von links nach rechts ein Schriftband mit „maria“, ein geflügeltes Fabeltier, zweigartig stilisiertes Blattornament sowie ein Schriftband mit „yhesus“. Darunter sind von links nach rechts ein Fabeltier mit anthropomorphem Oberkörper, ein Bogenschütze, eine Dame mit einem Gefäß in der Rechten sowie ein Drache dargestellt. An den seitlichen Wandungen finden sich, an der Vorderseite links beginnend, folgende Darstellungen: ein Vogel, ein gewandeter Drache, Blattwerk und ein Hund der vom Drachen verschlungen wird. An der rechten Schmalseite folgen Felder mit Blattwerk, einer Krone und erneut mit Blattwerk, während an der Rückseite von links beginnend ein Vogel Strauß, zwei Felder mit Kronen sowie ein Hund und an der linken Schmalseite wieder ein Vogel Strauß, eine Krone und Blattwerk erscheinen. Unter diesen Darstellungen umläuft den Kasten folgende, an der Vorderseite links beginnende Inschrift: „moch/teyk // myn/en will/len h//an yk / wold/e dem/e keis//er sin ri/kelan“ (Könnte ich meinen Willen haben, ich wollte dem Kaiser sein Reich lassen). Dabei handelt es sich um ein Zitat aus der zwischen 1215 und 1230 entstandenen und bis in die frühe Neuzeit hinein sehr populären Spruchdichtung Freidanks Bescheidenheit (Grimm/Bezzenberger 73,20). Der Text sowie das zentrale Figurenpaar des Bogenschützen und der Dame auf dem Deckel verweisen auf eine ursprünglich profane Zweckbestimmung dieses zu unbekannter Zeit in den Herforder Kirchenschatz gelangten Kästchens. LL
Achtseitiger Deckelkasten aus dem Welfenschatz
Kunstgewerbemuseum
Den mit Leder überzogenen achtseitigen Deckelkasten zieren aus dicht gesetzten Rundköpfen kleiner Bleinägel bestehende Ornamente. An sieben Seitenwänden erscheinen invers gebildete, sich nach unten umbiegende Lilienmotive, währen an der Vorderseite mit dem aufgesetzten Eisenschloss übereinander gestaffelt zwei Arkadenreihen erscheinen, die offenbar eine stark stilisierte Abbildung eines römischen Aquäduktes darstellen. Es wurde in Erwägung gezogen, dass es sich dabei um einen Hinweis auf die spanische Stadt Segovia handeln könnte, da in deren Wappen ebenfalls ein Aquädukt erscheint. Auf dem flachen Deckel des Kastens bilden die Bleinagelköpfe ein kalligrafisches Flächenornament, das in Gestalt von unterschiedlich orientierten geometrischen Quadratkufi viermal den Namen des Propheten Mohammed wiederholt. Damit ist die Herkunft des achtseitigen Deckelkastens aus dem islamischen Bereich erwiesen. Wahrscheinlich ist er im 14. oder 15. Jahrhundert im hispano-arabischen Kulturraum entstanden. Wann der Kasten in den Schatz von St. Blasius in Braunschweig gelangte, ist unbekannt. Im Reliquienverzeichnis von 1482 ist er nicht zu identifizieren. LL
Kästchen mit Szenen aus dem Leben Jesu
Kunstgewerbemuseum
Das Bildprogramm des Kästchens umfasst Szenen aus dem Leben Jesu. Auf dem Deckel erscheinen unter spitzbogigen Arkaden mit Wimpergen von links nach rechts die Verkündigung an Maria, die Heimsuchung, die Geburt Christi und die Verkündigung an die Hirten. An der Frontseite ist in vier Feldern die Anbetung der Heiligen Drei Könige dargestellt. Links hält ein Knecht ihre drei Pferde, in den beiden mittleren Feldern, in denen oben der Schlosskasten angebracht ist und die daher als einzige keine Arkaden aufweisen, erscheinen die Heiligen Drei Könige mit ihren Gaben, rechts davon thront, ihnen zugewandt, Maria mit dem Jesusknaben, der auf ihrem rechten Knie steht. An der rechten Schmalseite sind zwei Szenen dargestellt: Maria und Josef gehen zum Reinigungsopfer sowie die Darstellung Christi im Tempel. An der Rückseite erscheinen auf jeweils zwei Felder aufgeteilt der Verrat des Judas, der die Silberlinge entgegennimmt, sowie die Geißelung Christi. An der linken Schmalseite ist die Kreuztragung Christi zu sehen, ihm voran schreiten im rechten Feld zwei Henker mit Marterwerkzeugen (Hammer und drei Nägel). Die Platten der Schmalseiten sind in seitliche Falze der Front- und Rückseite eingelegt. Die Bodenplatte besitzt an ihrer Schmalseite Falze, über denen die Seitenwände stehen, während ihre Längsseiten in den unteren Falzen der Front- und Rückseite ruhen. Der Deckel schlägt stumpf auf die Oberkanten des Korpus. Die diese Plattenkonstruktion verbindenden Beschläge mit Rosettendekor zwischen den Kantenprofilen sind durch vergoldete Silberniete mit dem Elfenbein verbunden, von denen einige später durch eiserne Exemplare ersetzt worden sind. Spuren von Polychromie sind nicht vorhanden. Alle fünf Reliefplatten sind vollständig erhalten. An der Rückseite befinden sich in den Randbereichen links unten und rechts oben Brüche im Material, die in Folge mechanischer Belastung durch die Beschläge entstanden. Einzelne ungenutzte Bohrungen für die Befestigung von Beschlägen an allen vier Seitenplatten zeugen von einer Umdisposition oder nachträglichen Veränderung der Montage der Eckbeschläge. LL
Ovaler Schreibkasten mit goldenem Rankendekor
Kunstgewerbemuseum
Der Schreibkasten war 2009 als Leihgabe im Museum für Lackkunst in Münster zur Sonderausstellung "Aus 1001 Nacht". "Auf der nachträglich mit einer roten Lachschicht überzogenen Deckeloberseite war im Gegensatz zur Wandung bis vor der Restaurierung nur noch partiell die ursprüngliche Bemalung sichtbar, die hier wie da auf nachtblauem Grund einen goldenen Rankendekor aus Palmettformen und Lanzettblättern sowie an den Schmalseiten des Deckels goldene Musterfelder mit einem dunkelgrünen Wolkenbanddekor in Ausspartechnik trägt. Umlaufende Schriftkartuschen in elegantem goldenen nasta'liq auf rotem Grund verzieren den Deckelrand und sind mit Sinnessprüchen versehen, darunter auch zum Lob der Kalligraphie. In Ausspartechnik gestaltete nachtblaue (?) Wolkenbänder vor goldenem Fond schmücken den Sockelbereich." R. Neumann, Aus 1001 Nacht, Museum für Lackkunst Münster, 2009, Kat.Nr. 17 MAKR
Holzkästchen mit eingebrannten Ornamenten
Museum Europäischer Kulturen
Aufklappbares Kästchen mit quadratischen und blütenartigen Ornamenten. Erworben wurde es - zusammen mit dem zugehörigen Werkstattequipment - in einer Holzbrandwerkstatt im bulgarischen Trojan. Erworben wurde der Kasten - zusammen mit dem zugehörigen Werkstattequipment - in einer Holzbrandwerkstatt im bulgarischen Dorf Oresak/Oreschak in der Nähe der Stadt Troyan. Hier entstand auch eine fotografische Dokumentation des Produktionsprozesses (VIII Eu 2488-2496). In Oresak, wo das Objekt erworben wurde, besuchte Küppers u.a. auch das ortsansässige und bedeutende Kloster Troyan. Oresak und Troyan waren im 19. und 20. Jahrhundert Zentren der Holzbearbeitung. Die waldreiche Region und die günstige Lage der Stadt auf Handelsstraßen zwischen Ost und West und Nord und Süd und ihren regelmäßig stattfindenden Märkten schufen hierfür ideale Voraussetzungen. Auch das Kloster und die Kirche schufen eine kontinuierliche Nachfrage. Dies galt für Drechsler-Werkstätten aber auch für die Holzbrandtechnik. Allein im Dorf Oresak gab es so im späten 19. Jahrhundert über 50 Werkstätten für die Holzbearbeitung, die Dinge sowohl für den täglichen Bedarf, aber auch für eher "touristische" Zwecke oder als Andenken herstellten. Dies bezeugen Kästchen, Dosen und andere Produkte etwa mit Motiven aus der Volkskunst oder Abbildungen bedeutender Persönlichkeiten oder mit Stadtansichten, die im Museum Troyan ausgestellt bzw. in den Depots verwahrt werden. Auf verschiedenen Ausstellungen in Europa wurde die Brandmalerei fortan als "typisch bulgarisches" Kunsthandwerk. Ein Pionier der Brandmalerei in Oresak und dessen Professionalisierung war ab 1921 der aus Lowetsch stammende Vasil Danchev. Die Fertigung erfolgte in den 1930er Jahren bereits ausschließlich mit elektrisch betriebenen Pyrographen und häufig in Familienproduktion. Der Ort war früh elektrifiziert worden, sodass mehrere Holzbrandgriffe an einer strombetriebenen Maschine angeschlossen werden konnten. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers besuchte Bulgarien erstmals während seiner 4. Sammelreise für das Museum für Völkerkunde (Abt. Eurasien) im Jahr 1938. Eindrücke seiner Reise finden sich u.a. in einem Aufsatz (Küppers, Auf den Spuren der Goten durch Bulgarien, Volk und Rasse 8 (1939), 173-179). In diesem Text wird auch der rassenbiologische Aspekt von Küppers Reisen deutlich, der neben dem Museum auch im Auftrag des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eugenik und menschliche Erblehre unterwegs war und für dieses Fotografien und Handabdrücke anfertigte.
Kästchen, Holzbrandarbeit
Museum Europäischer Kulturen
Aufklappbares Kästchen, u.a. mit eingebrannten Rankenornamenten verziert. Erworben wurde der Kasten in der Umgebung von Sadovets. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers besuchte Bulgarien erstmals während seiner 4. Sammelreise für das Museum für Völkerkunde (Abt. Eurasien) im Jahr 1938. Eindrücke seiner Reise finden sich u.a. in einem Aufsatz (Küppers, Auf den Spuren der Goten durch Bulgarien, Volk und Rasse 8 (1939), 173-179). In diesem Text wird auch der rassenbiologische Aspekt von Küppers Reisen deutlich, der neben dem Museum auch im Auftrag des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eugenik und menschliche Erblehre unterwegs war und für dieses Fotografien und Handabdrücke anfertigte. Im Ort Sadovets, in dessen Nähe das Objekt erworben wurde, besuchte Küppers u.a. die Ruinen einer Gotenfestung. Im Vorfeld dazu besuchte Küppers auch Ivan Welkow, Direktor des Archäologischen Museums, der 1935 einen Aufsatz zur Gotenfestung Sadovets verfasst hatte.