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Objekttyp: Salznapf
Salznapf mit Sphingen
Kunstgewerbemuseum
Da Salz im frühen 17. Jahrhundert ein kostbares Gewürz war, gestaltete man die Gefäße dafür aufwendig und platzierte sie als Schauobjekte auf die gedeckte Tafel. In diesem Fall handelt es sich um Majolika, also zinnglasierte Keramik, die mit Renaissanceornamentik verziert ist. Dafür typisch sind die antikisierenden, plastisch modellierten Sphingen (die vier geflügelten Frauenoberkörper an den Ecken) und die gemalte Grotesken. Ähnliche Gefäße entstanden auch in weiteren Majolikazentren Italiens, zum Beispiel in Urbino (vgl. im Kunstgewerbemuseum das Gefäß mit der Inv. Nr. W-1986,31) und in Spanien. // Lit.: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr, Berlin 1986 (=Kataloge des Kunstgewerbemuseums Bd. XI), S. 46, Kat. Nr. 32 // ClKa
Salznapf auf hohem Fuß mit figürlichen Darstellungen
Kunstgewerbemuseum
Form aus fünf Teilen zusammengesetzt. Dunkelblaues Grundemail, dunkle, im Inkarnat kräftige Weißhöhungen sowie flächige Rotlavierungen, Zeichnung in enlevage. Auf der Unterseite des Fußes in Goldmalerei gestreute Blütensterne und heraldische Lilien, am Rand das Künstler-Monogramm. Auf der Oberseite Putten, die einen Bären bezwingen, am Gefäß ein Mann und eine Frau auf Fruchtbündeln zwischen Putten- und Bocksköpfen. Charakteristisch für die Figurengestaltung ist das starke sfumato, eine Modellierung der Figuren nicht vom Umriß oder der Zeichnung her, sondern in malerisch "aufgelösten" Formen. Unter den Emailleuren scheint nur die Werkstatt des Monogrammisten I.C. zeitweise diese Gestaltung gewählt zu haben. Die Form dieses Gewürzgefäßes orientiert sich an solchen aus Edelmetall. Die Bemalung der gewölbten Flächen war eine technische Herausforderung und aufwendiger als die der häufigeren, polygonalen Salzgefäße.
Museum Europäischer Kulturen
Gewölbter, runder Fuß, niedriger Schaft, Ober-teil gerundet, in steile Wandung übergehend. Mit nach außen schwingendem Rand, auf dem Fuß graviert "G L K", unter dem Fuß Marke. Hersteller: wohl Carl Bäurlen Aus der Sammlung Mötzel Nördlingen "Bauernstube", von Herrn Mötzel in jungen Jahren (geb. 1897) in den Dörfern der Ries gesammelt; nach dem Konkurs seines Bankhauses 1971 beging Friedrich Mötzel Suizid.