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Objekttyp: Deckel
großer Glasdeckel
Kunstgewerbemuseum
Deckel für einen großen Pokal oder Becher aus dickwandigem, farblosem Glas, am Rand gekehlt und eingezogen, innen mit Abrissnarbe. Der Rand ist mit einem Fries aus gekehlten Rundbogenfacetten dekoriert, die Schulter ziert ein Kranz aus Lorbeerzweigen. Der massive, übergroße Knauf ist komponiert aus einer starken Trommelscheibe und einem Baluster mit Schälschliff, oben eingezogen und als Abschlusskugel poliert. Die Knaufgestaltung ist für Arbeiten des Hofglasschneiders Gottfried Spiller (um 1663–1728) für die Zeit um 1700 dokumentiert und auch der Fries aus Rundbögen ist für Arbeiten der Potsdamer Glashütte aus dieser Zeit typisch (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 136, 140, 149, 162; Berckenhagen, Berliner und märkische Gläser, 1956, Abb. 7, 10; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 6.2, 7.1+3, Taf. 13.1). Das zugehörige Gefäß ist nicht überliefert, es dürfte die Dekorelemente gespiegelt haben, also das des Knaufs am Schaft, das der Schulter am Fuß und den Schälfschliff am Rand an seiner Mündung. [Verena Wasmuth] MAKR
Servierteller bzw. Deckel ("tagliere") aus einem Wöchnerinnen-Geschirr
Kunstgewerbemuseum
Flacher Teller bzw. Deckel ("tagliere") mit einem nach unten umgebogenen Rand und einem starken Ring an der Unterseite. Der Rand ist ringförmig plastisch gearbeitet und mit einem Blüten- und Früchtekranz bemalt. Auf der Oberfläche ist eine häusliche Szene dargestellt: Links ein Bett, mit zeltartigem Baldachin, davor sitzt auf einer Holzbank eine Frau mit nacktem Oberkörper und antikisierendem Gewand. Sie umfasst ein nacktes, vor ihr kniendes Kind. Rechts hält eine weitere Frau mit antikisierendem Gewand und wehenden Stoffdraperien ein nacktes Kind an den Händen, das gerade das Laufen lernt. Die Farbpalette ist in Orange, Gelb, Blau, Purpur, Bräunlichgrün und Weiß gehalten. Die Unterseite zeigt eine nackte Frau mit orangefarbenem Umhangtuch in den Händen vor einem himmelblauen Grund mit gelben Wolken (Fortuna?). // Der Teller diente einer Schale oder Terrine als Deckel und bildete mit ihr zusammen einen Teil eines sog. Wöchnerinnen-Geschirrs. Diese bestanden aus insgesamt fünf Teilen: einer Fußschale ("scodella") mit Deckel oder auch Servierteller ("tagliere"), einer kleineren Fußschale ("ongaresca") und einem Salzgefäß mit Deckel. Sämtliche Teile ließen sich stapeln. Solche Geschirre wurden zur Geburt eines Kindes als Geschenk der Wöchnerin überreicht. Anhand von Vergleichsbeispielen in anderen Sammlungen lässt sich die Form der verlorengegangenen Schale rekonstruieren: Es dürfte eine tiefe, napfartige Schale mit abgesetztem Fuß gewesen sein, auf dem sich das plastische Perlstab-Motiv des Oberteils wiederholte. Das Innere der Schale zeigte vermutlich ebenfalls eine häusliche Szene, die zur Bestimmung passte. // Lit.: Tjark Hausmann: Majolika. Berlin 1972 (Bestandskatalog Kunstgewerbemuseum), Kat. Nr. 209; Jacqueline Marie Musacchio: The Art and Ritual of Childbirth in Renaissance Italy, New Haven, London, Nr. 150 // ClKa
Ethnologisches Museum
Im Hauptkatalog des Museums wurde bei Eingang dieses Objekts folgendes vermerkt: "Kochtopf aus Cabinde (aufgeschnitzte Figuren und Holzdeckel mit Topf) b Durchmesser: ca 20 cm [ergänzt]". [SM8HF]
Pilav-Deckel
Museum Europäischer Kulturen
Pilav - Polou - Palau - Plov: ein Reisgericht, das in unterschiedlichen Variationen in Osteuropa, West- und Zentralasien zubereitet und gegessen wird. Dieser Deckel war wahrscheinlich dazu gedacht, das Gericht vor dem Auskühlen zu schützen und in Form zu halten. Seine Hersteller*innen haben ihn aufwendig verziert, unter anderem mit Schriftzügen in arabischen Buchstaben.
Ethnologisches Museum
Deckel. Konische Form aus drei unterschiedlichen großen Kreisformen, mit floralen und geometrischen Motiven. Möglicherweise Deckel eines Topfs oder Räuchergefäßes. Datenbank: Deckel. Silberblech, getrieben, Knauf vergoldet. Muster ziseliert.
Ethnologisches Museum
Deckel. Konische Form aus drei unterschiedlichen großen Kreisformen, mit floralen und geometrischen Motiven. Möglicherweise Deckel eines Topfs oder Räuchergefäßes. Datenbank: Deckel. Silberblech, getrieben, Knauf vergoldet. Muster ziseliert.
Ethnologisches Museum
Holzkästchen. Mit Mustern versehene Stirnflächen. Die Oberfläche ist mit einem Unendlich-Knoten Motiv verziert. [Benin_Königreich]
Deckel bzw. Servierteller aus einem sog. Wöchnerinnen-Geschirr
Kunstgewerbemuseum
Flacher, ovaler Deckel bzw. Servierteller ("tagliere") mit erhöhtem Rand, den ein plastisches, blau getöntes Perlstab-Ornament ziert. Auf der Oberfläche des Deckels ist eine Familienszene in einem Innenraum dargestellt, der auf wohlsituierte Bewohner schließen lässt: Vor einer Stoffdraperie sitzt eine Frau auf einem Faltstuhl, neben ihrem Ehemann. Rechts im Bild läuft ein Junge mit einem Stab in der Hand umher. Links im Hintergrund ein kleinerer Junge in einem Laufgitter, dahinter drei Pfeilerarkaden. Der Boden zeigt Terrakottafliesen. In der Farbpalette dominieren Gelb- und Beigetönen; dazu kommen Grün, Blau, ein wenig Weiß und Schwarz. Die Innenseite des Deckels zeigt einen orangebraunen, geflügelten Putto, der mit einem Buch in den Händen vor einem gelben und leuchtend orangefarbenen Hintergrund auf einer Wolke steht. // Wöchnerinnen-Geschirre bestanden aus insgesamt fünf Teilen: einer Fußschale ("scodella") mit Deckel oder auch Servierteller ("tagliere"), einer kleineren Fußschale ("ongaresca") und einem Salzgefäß mit Deckel. Sämtliche Teile ließen sich stapeln. Solche Geschirre wurden zur Geburt eines Kindes als Geschenk der Wöchnerin überreicht. Anhand von Vergleichsbeispielen in anderen Sammlungen lässt sich die Form der verlorengegangenen Schale rekonstruieren: Es dürfte eine tiefe, napfartige Schale mit abgesetztem Fuß gewesen sein, auf dem sich das plastische Perlstab-Motiv des Oberteils wiederholte. Das Innere der Schale zeigte vermutlich ebenfalls eine häusliche Szene, die zur Bestimmung passte. // Lit.: Tjark Hausmann: Majolika. Berlin 1972 (Bestandskatalog Kunstgewerbemuseum), Kat. Nr. 222; Jacqueline Marie Musacchio: The Art and Ritual of Childbirth in Renaissance Italy, New Haven, London, S. 107, Nr. 95 // ClKa
Achteckiger Deckel
Kunstgewerbemuseum
Hochgewölbter Deckel, achteckig, gerippt, Kugelknauf mit Spitze. Weiße Glasur mit blauer Malerei. Pfauenmuster mit großen Blüten, am Rand Dekor aus stilisierten harabhängenden Blättern, am Kugelknauf abwechselnd Zickzacklinie und blauer Streifen. Am Rand und die Spitze des Knaufes bestoßen. Die Identität des Deckels ist bis hier unbekannt. Es ist dokumentiert, dass er im Collecting Point in Wiesbaden zusätzlich in der Kiste 95 verpackt war. MAKR
Jagdvasendeckel
Kunstgewerbemuseum
Inventareintrag: "Jagdvasendeckel: Jäger, der einen von drei Hetzhunden gestellten Eber mit der Saufeder den Fang gibt. Der Jäger in schwarzem Dreispitz und gelber Jagduniform mit blauen Aufschlägen, Silberborten, schwarzem Lederzeug und schwarzem ??? beugt sich vornüber und gibt dem halb am Boden liegenden Eber dicht hinterm linken Ohr den Fang. Einer der Hunde liegt auf dem Rücken unter dem Eber, der zweite packt ihn am rechten Ohr, der dritte von hinten an der linken Keule, ein grün belaubtes Bäumchen hinter dem Jäger dient als Stütze. Der Deckel gewölbt mit flachem Rand und Belag grüner Blätter und bunter Blumen. Saufeder fehlt. Schwanzspitze des Hundes vorn bestoßen. Meissen, um 1740 ohne Marke Modell von Kändler auf Bestellung Aug. III. für Schloß Hubertusburg 1739 Formen-Nr. 220" Der Deckel wurde während des II. Wltkrieges zerstört und konnte nur fragmentiert geborgen werden. MAKR
Deckel eines Pokals mit umlaufender Blütenranke
Kunstgewerbemuseum
Deckel eines Pokals oder Bechers aus farblosem Glas, kein Abriss, gebauchte Schulter, den Mündungsrand ziert eine mattierte Bordüre mit geblänkten Kugeln und Perlen, deren Ränder mit einem Kordelornament geschmückt sind. Die Schulter ist mit einem umlaufenden Kranz aus fein geschnittenem Rankwerk mit Blüten dekoriert. Angesetzt ist ein massiver Baluster als Knauf mit eingestochener Luftblase, der oben mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor versehen ist. Der formale und stilistische Vergleich datiert diesen Deckel ins ausgehende 17. Jahrhundert, daher dürfte es sich um eine Arbeit aus der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702) handeln (vgl. Franze, Der Hofglasschneider, 2017, Abb. 18a+b, 20a, 21, 22, 23c; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 5). Das zugehörige Gefäß ist Verlust. Es dürfte die Dekorelemente korrespondierend gespiegelt haben. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckel eines Pokals mit Spitzblattdekor
Kunstgewerbemuseum
Deckel für einen Becher oder Pokal aus sehr reinem, etwas gelbstichigem, farblosem Glas, Abriss innen, Rand gekehlt, darüber ein Fries aus geblänkten Kugelungen, die gewölbte Schulterwandung ist zum Knaufansatz mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries verziert. Angesetzt ist ein kleiner Massivbaluster als Knauf, ebenfalls mit Spitzblattdekor. Formal ist dieser Deckel der Potsdamer Glashütte zuzuschreiben. Er weist die charakteristischsten Dekorelemente dieser Manufaktur auf, den Kugel- sowie den Spitzblattfries. Zeitlich lässt er sich in die Jahre 1710 bis 1730 einordnen (vgl. verwaister Deckel im Potsdam Museum, Inv.-Nr. AK-2018-18, publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf museum-digital.de; Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 171). [Verena Wasmuth] MAKR
Deckel für einen monumentalen Pokal
Kunstgewerbemuseum
Deckel eines Pokals aus dickwandigem, farblosem Glas, geblänkte Perlborte am Rand, die ansteigende Schulter ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries dekoriert. Der angesetzte massive Balusterknauf ist sehr hoch und mit Wabenfacettierung sowie drei übereinanderliegenden Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Formal datiert der qualitative Deckel in die Zeit um 1730 und ist der Potsdamer Manufaktur zuzuschreiben (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 30.2+3, 31.1). Aufgrund seiner Maße ist davon auszugehen, dass er zu einem monumentalen Pokal mit einer Gesamthöhe von mindestens 45 cm gehört hat (vgl. Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 61, S. 60, 126, 127). Das zugehörige Gefäß ist nicht dokumentiert. Seine Schaftgestaltung wird den Knauf des Deckels gespiegelt haben, der Spitzblattdekor dürfte am Fuß sowie am Kuppansatz zu finden sein. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckel eines Potsdamer Pokals
Kunstgewerbemuseum
Deckel aus farblosem, manganstichigem Glas, breiter Auflegerand, darüber ein Fries aus geblänkten Kugeln, auf der Schulter ein Kranz aus Rundbögen mit polierten Kugelungen, sehr hoher Knauf, der aus einer Trommelscheibe mit polierten Oliven, einem geschnürten Baluster mit eingestochener, länglicher Luftblase, Wabenfacettierung und Olivenkranz sowie einem Abschlussnodus mit Rundbogenfacetten komponiert ist. Die eingestochene Luftblase ruft reizvolle optische Reflexe hervor. Ein ehemals zugeordneter Pokal (Inv.-Nr. O-1982,88 a) ist nicht zugehörig, er weist einen nicht korrespondierenden Dekor auf. Der stilistische Vergleich empfiehlt eine Zuschreibung an die Potsdamer Glashütte in die Zeit um 1715 (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 21.2). [Verena Wasmuth] MAKR
Vergoldeter Deckel eines Glaspokals
Kunstgewerbemuseum
Gebauchter Deckel aus farblosem Glas, innen mit Abriss, Mündungsrand beidseitig vergoldet, auf der Schulter sind Kriegsarmaturen in Goldmalerei dargestellt, die Gegenseite schmücken drei ebenfalls vergoldete Kugelungen, die Kanonenkugeln darstellen sollen. Der Ansatz des hohen Knaufs ist eingezogen, darüber ein Massivbaluster mit fünf polierten Längsfacetten und Oliven, teilvergoldet. Der Deckel ist krank. Er wurde fälschlich einem Pokal mit dem Bildnis König Sophie Dorotheas (1687–1757) zugeordnet. Formal zusammengehörig, gehört der Deckel allerdings zu einem kleineren Pokal. Überdies wäre es äußerst unüblich, der preußischen Königin einen Dekor aus Kriegsarmaturen zuzuordnen. Stattdessen dürfte der Deckel zu einem Pokal auf König Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) oder einem seiner ranghohen Militärs passen. [Verena Wasmuth] MAKR
Gläserner Deckel für einen großen Pokal
Kunstgewerbemuseum
Deckel mit flacher Schulter und hohem Knauf aus farblosem Glas, innen mit Abrissnarbe und Resten eines Etiketts, die Deckelwandung ist umlaufend mit einem mattgeschnittenen Dekor aus Blumenstauden und großen Bügelkronen verziert, dazwischen Blattwerk und Palmzweige. Der Knauf ist aus zwei Hohlbalustern zwischen Trommelscheiben komponiert, den unteren schmückt ein geblänkter Kugelfries, den oberen ein Kranz aus Palmzweigen. Der Knaufabschluss ist mit einer mattgeschnittenen Blüte dekoriert. Der zugehörige Pokal ist Kriegsverlust (Gesamthöhe 43 cm). Er war dekoriert mit den Brustbildern König Friedrichs I. (1657–1713), Königin Sophie Charlottes (1668–1705), des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1688–1740) und dessen Gemahlin Sophie Dorothea (1687–1757). Das Sujet datiert diesen Potsdamer Deckelpokal in die Zeit nach der Hochzeit des Kronprinzenpaares am 28. November 1706, nach den Tod der Königin aber noch vor den Tod des regierenden Königs Friedrich I. am 25. Februar 1713. [Verena Wasmuth] MAKR
Deckel für einen Potsdamer Pokal
Kunstgewerbemuseum
Gebauchter Deckel mit eingezogenem Rand aus farblosem Glas, Abriss innen, der Mündungsrand ist mit einem geblänkten Perlfries geschmückt, der Übergang zum hohen Knauf mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries, ebenso die beiden Baluster des Knaufs, die zwischen zwei kräftigen Trommelscheibe sitzen. Der zugeordnete Pokal mit der Inv. Nr. O-1982,92 a ist zu klein und nicht zugehörig, zumal auch der Dekor nicht wie es sein sollte miteinander korrespondiert. Der formale und stilistische Vergleich mit überlieferten Deckelpokalen bestätigt eine Verortung nach Potsdam und datiert den Deckel ins zweite Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts (vgl. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Inv.-Nr. XIII 8; Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 65, S. 131f.; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 28.6). [Verena Wasmuth] MAKR