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Objekttyp: Strohhut
Ethnologisches Museum
Historischer Hauptkatalog: "Fein [genähter] roter Strohhut weiß gemustert, vom Sultan 31 cm dchm. 7,5 cm dchm. Wassiba"
Museum Europäischer Kulturen
Senkrechtwandiger, runder, oben ein wenig eingedellter Kopfteil, Krempe wulstförmig. Krempenseite mit rotem Stoff, Ränder mit schwarzem Samt. Um die Wand ein schwarzes Samtband mit aufgestickter, grüner Ranke und bunten Wollblumen. Das Band ist eingefasst von Strohkordeln, die sich vorn kreuzen und hinten zu einer Art Schleife gelegt sind. Die Kordeln sind mit schmalem, rosafarbenem bzw. grünem Band umwunden. Der Strohhut besteht aus maschinell dicht vernähten Strohborten. Den unteren Randabschluss bildet ein nach innen umgeschlagenes Samtband, an das sich das in Falten gelegte rote Innenfutter aus einfachem Baumwollstoff anschließt. Das Samtband ist Innen mit acht aufgenähten kleinen Blumenverzierungen versehen. Am Futter Reste einer Gummibandbefestigung. Ein kleines Pappschild des Herstellers wird vom Futter etwas verdeckt, es enthält fünf Kategorien: Form: 100, Gefl.: 63, Cent: 2, Arb. Nr.: 29, Corn: Der Hut wirkt wenig gebraucht, eher wie Touristenware oder ein Faschingshut. In der Garnierung ähnelt er auffällig dem aus Tirol stammenden Hut A (26 B 39) 8/1928. Wie bei diesem dient als Garnierung ein schwarzes Samtband, auf welches mit Wolle, Pailetten und Goldfäden Blumen und Ranken gestickt wurden. Eine gedrehte, rund geflochtene Strohborte verdeckt den oberen und unteren Rand des bestickten Samtbandes. Die Rundborte wurde zusätzlich mit grünem bzw. rosa Seidenband umwickelt, sie endet in einer Art verschlungener Schleife.
Museum Europäischer Kulturen
Geflochtener Kopf und Rand. Beide sind belegt mit Strohseilen, -rosetten und beweglichen -sternchen. Im Nacken unterhalb der Krempe ist eine rosafarben gefütterte Versteifung, die außen dicht mit künstlichen Blumen besetzt ist. Von dieser Versteifung hängen acht schmale, rote Bänder herunter, die oben zu einem Zopf verflochten sind. Der kleine, runde Hut besteht aus eng vernähten Weizenstrohbändern. Er ist mit zahlreichen Garnierungen aus geflochtenen Strohborten verschiedenster Form versehen. Diese bilden u.a. Sonnen- und Sternornamente sowie auf dem Oberteil ein "wildes Gekräusel". Die Seite ist mit einem bandartigen Geflecht aus mehreren geflochtenen Strohborten versehen. Alle Strohverzierungen sind auf den schlichten Hut aufgenäht. Den Randabschluss der Krempe bildet eine zackig geformte Strohborte. Die Hutinnenseite ist ungefüttert und ohne Schweißband. Hinten hat sie ein stoffbezogenes, angenähtes Teil, welches dicht mit kleinen künstlichen Stoffrosen besetzt ist. Daran sind seitlich acht rosa Seidenbänder angeflochten, deren lange Enden in einer Art Knoten enden. Dieser kleine Hut muss oben auf dem Kopf sitzen, er hat selbst keine Befestigungsmöglichkeit. Der Hut war Teil einer Trachtensammlung der Kunsthändlerin Roth, München, Barerstraße, die im August 1959 über Lilo v. Kramer an das Museum kam. Nach Auskunft des Inventarbuches ging das einstige Inventarverzeichnis der Sammlung Roth kriegsbedingt verloren. Die Stücke wurden von ihr "meist aus erster Hand zusammengestellt." Die Herkunftsbestimmung der Stücke erfolgte laut Inventarbuch im Einvernehmen mit Dr. Döderlin (Bayr. Nationalmuseum Nürnberg) und Dr. Kriss-Rettenbeck.
Strohhut
Museum Europäischer Kulturen
Strohhut, geflochten. Das Objekt wurde vom Sammler G.A. Küppers bei seiner 5. Sammelreise durch Südosteuropa auf einem Markt in Kriva Palanka im heutigen Nordmazedonien erworben. Küppers Tochter, die ihn auf der Reise begleitete, notierte in ihrem Reisetagebuch: „Keine Königin kann jemals schöner bekleidet gewesen sein als die Frauen in ihren bunten Trachten.“; der Ort war „wirklich mit echtem Volkstum und –Bräuchen ausgefüllt“, und dennoch mache sich auch hier „die Seuche der Gummiopanken“ breit, die auch auf dem Markt „zu hunderten verkauft“ wurden, dass „einem das Herz wehtat“; „in Eile sammelten wir eine komplette Tracht fürs Museum zusammen.“ Der Hut wurde allerdings unabhängig von solch einer geschlossenen "Tracht" erworben. Der Sammler G.A. Küppers war u.a. im Auftrag der Abt. "Eurasien" (später Abt. "Europa") des damaligen Museums für Völkerkunde unterwegs. An mehreren Orten nahm er auch Wachswalzen für die Phonogrammabteilung des Museums auf. Zudem betätigte er sich im Zeichen der nationalsozialistischen Rassenpolitik: Für das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik fertigte er in vielen Dörfern Fingerabdrücke der Bewohner*innen an. Zudem machte er Portraitaufnahmen, die die vermeintlich typischen Physiognomien der Menschen zeigten und taxierten. Ein Hintergrund der Sammlungstätigkeit von Küppers war die Industrialisierung und Urbanisierung der Staaten Südosteuropas und die mit ihr einhergehende soziale und kulturelle Differenzierung. Eine wesentliche Motivation von Küppers bestand in der Dokumentation eines vor dem Aussterben stehenden bäuerlichen und dörflichen Zusammenlebens mitsamt seiner materiellen Kultur.
Museum Europäischer Kulturen
Runder Hut, dessen Kopfteil („Köppels") niedriger ist als die stark gewölbte Krempe. Über dem Kopfteil liegt ein schwarzes, breites, ungemustertes Band mit Mottenfraß auf. Innen ist die Krempe mit einem Holzreifen gesteift. Von diesem laufen radial auf der Innenseite zehn breite Bänder, gelblich mit grünem Rand. Gefüttert mit glänzendem, braunem Kattun, der mit bunten Blumen bedruckt ist. 1975: Stroh mit Lusynton gewaschen, innerer Kopfteil mit Akohol gereinigt. Wollband vom Kopfteil in Lusynton gewaschen, Mowilith (VP555 und DMV 1) und schwarzen Futterstoff dubliert, Löcher zusätzlich mit Spannstich befestigt und wieder auf das Kopfteil angenäht. Der runde Hut mit seiner speziellen, für die Vierlande typischen Form besteht aus sehr fein geflochtenen Strohzöpfen, die maschinell eng aneinandergenäht wurden. Der bis auf ein schwarzes Band schmucklose Hut hat einen glatten Randabschluss. Auf der Innenseite ist der besonderen Aufbau dieser Hutform zu erkennen: Ein kappenartiges, mit braungeblümten Stoff gefüttertes Innenteil ist durch zehn einfache, gurtähnliche Bänder mit einer hölzernen Randleiste verbunden. Diese sorgfältig geglättete schmale Holzleiste hält den Hut in Form und dient der ringförmigen Krempe als Auflage. Der Hut wurde von Ostern bis Michaelis getragen. Nach Albert Kretschmer (1887): Die Trachten der Vierlande (siehe https://altevolkstrachten.de/vierlande/ ) dient üblicherweise ein zwischen Krempe und Kopf durchgezogenes schwarzes Seidenband zur Befestigung unter dem Kinn. Dieses ist hier nur noch durch das breites schwarzes Seidenband angedeutet, welches über den Kopfteil genäht ist. Der Hut ist Teil eines Konvolutes an Trachtenteilen, davon ca. 32 aus Vierlanden, welches 1972 von einem Berliner Vorbesitzer angekauft wurde. Im Inventarbuch ist ein Bleistiftvermerk „Trägerin bekannt!".
Museum Europäischer Kulturen
Der Strohhut mit großer, leicht geschwungener Krempe besteht aus zwei aneinandergenähten Teilen (Kegelstumpf und Krempe). Die feinen dunklen Weizenstrohborten sind flächig dicht vernäht, eine mit schwarz gefärbten Stroh geflochtenen Borte bildet den zackigen Rand der Krempe. Nur der kegelstumpfförmige Kopfteil ist innen mit weißen Baumwollstoff gefüttert. Außen ist er mit einem kunstvollen Geflecht aus breiteren dunklen und schmalen hellen Strohhalmen umflochten. Dieses wird an zwei Stellen von einem breiten schwarzen Seidenband überdeckt. Eine blumenähnliche Applikation aus Wolle, Posamenten und schwarzen Perlen bildet den Schmuck. Der Übergang zwischen Hut und Krempe ist mit schwarzen Strohborten über näht. Den oberen Hutabschluss bilden dunkle und helle Strohborten mit einer Rundborte als an der Kante. Reste von schwarzen Wollbommeln oben und Fadenreste an der Krempe deuten auf einen früher noch reicheren Hutputz hin. Der Hut wurde 1982 über eine Galerie in Rastatt erworben. Als Gebrauchsort ist der südwestdeutsche Raum angegeben.
Museum Europäischer Kulturen
Verhältnismäßig flacher Hut von ovalem Grundriss. Ziemlich breite, kaum merklich abfallende Krempe. Keinerlei Garnierung. Für den schmucklosen, längsovalen Strohhut wurden helle, ca. 1 cm breite Weizenstrohborten von der Mitte ausgehend maschinell vernäht. Der Bortenabschluß ist unten, am seitlichen Rand der Krempe. Der ungefütterte Hut ist kaum gebraucht. Die Innenseite weist drei schwarze Striche und Spuren eines früheren Papierschildes (?) auf. Dieser Hut war Teil einer Trachtensammlung der Kunsthändlerin Roth, München, Barerstraße, die im August 1959 über Lilo v. Kramer an das Museum kam. Nach Auskunft des Inventarbuches ging das einstige Inventarverzeichnis der Sammlung Roth kriegsbedingt verloren. Die Stücke wurden von ihr "meist aus erster Hand zusammengestellt." Die Herkunftsbestimmung der Stücke erfolgte laut Inventarbuch im Einvernehmen mit Dr. Döderlin (Bayr. Nationalmuseum Nürnberg) und Dr. Kriss-Rettenbeck. Die Zuordnung als Frauenhut geht aus dem Inventarbuch nicht hervor, dort heißt es nur "Strohhut, flache Form".
Museum Europäischer Kulturen
Schmale Strohringe sind mit Garn zusammengenäht. Der sehr breite und flache Rand erhebt sich allmählich zu einem kleinen Kopf mit flachem Deckel. An dem Fuße des Kopfes sind weiß-rosafarbene Bandrosetten. Dieser Hut war Teil einer in den 1920er Jahren zusammengetragenen Trachtensammlung der Kunsthändlerin Roth, München, die im August 1959 über Lilo v. Kramer an das Museum kam. Nach Auskunft des Inventarbuches ging das einstige Inventarverzeichnis der Sammlung Roth kriegsbedingt verloren. Die Stücke wurden von ihr "meist aus erster Hand zusammengestellt." Die Herkunftsbestimmung der Stücke erfolgte laut Inventarbuch im Einvernehmen mit Dr. Döderlin (Bayr. Nationalmuseum Nürnberg) und Dr. Kriss-Rettenbeck.
Museum Europäischer Kulturen
Beigefarbener Hut mit breiter Krempe und flachem Kopfteil. Das Kopfteil ist verziert mit einem schwarzen Samtband, bestickt mit roten Blumen und einem Goldfaden in Wellenlinien, und zwei geflochtenen Strohbändern mit Schleife. Die Unterseite ist einschließlich der Krempe mit rosa-rotem Baumwollstoff gefüttert, zwei grüne Bindebänder. Für diesen Hut wurden schmale Strohborten aus Weizenstroh maschinell miteinander vernäht. Innen ist der Hut ist mit rot/weißem, in Falten gelegten Stoff gefüttert und mit zwei Bindebändern zur Befestigung unter dem Kinn versehen. Als Schmuck dient eine Garnierung aus schwarzem Samtband, welches mit Pailletten, Blumenmustern und Goldfäden bestickt ist. Das Samtband wird oben und unten von einer runden Strohborte eingefasst, die abschließend seitlich eine Art Blumenschleife bildet. Ein jüngerer, ganz ähnlich dekorierter Hut ist in der Slg. des MEK unter 26 B 48 zu finden.
Strohut
Kunstgewerbemuseum
Dieser Hut zählt mit zu den ersten Ankäufen des 1867 gegründeten, ältesten Kunstgewerbemuseums Deutschlands. MAKR
Strohut
Kunstgewerbemuseum
Dieser Hut zählt mit zu den ersten Ankäufen des 1867 gegründeten. ältesten Kunstgewerbemuseums Deutschlands. MAKR